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Dienstag, 27. Januar 2009

Frankreich: Schwules Coming-out eines Ministers


Der französische Parlamentsstaatssekretär Roger Karoutchi (Bild) hat erstmals öffentlich über seine Homosexualität gesprochen.

Karoutchi, der in der Regierung von Premierminister François Fillon Ministerrang hat, machte die Enthüllung in einem Interview mit dem privaten Fernsehsender TF1. Anlass ist die Veröffentlichung seiner Autobiografie. Der konservative Politiker sagte selbstbewusst: "Ja, ich habe ein Leben. Ich lebe weder eine Lüge, noch stelle ich etwas zur Schau. Ich rede darüber auf ganz natürliche Art und Weise."

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Der 57-Jährige erklärte, er habe einen Partner und sei glücklich mit ihm. "Weil ich glücklich bin, sehe ich keinen Grund, das zu verstecken", so Karoutchi.

In der Regel berichten die Medien in Frankreich, ähnlich wie in Deutschland, nur über das Privatleben der Politiker, wenn diese es selbst öffentlich machen. Vielen nationalen Journalisten war die Homosexualität des UMP-Politikers bereits vorher bekannt. Karoutchi gilt als enger Vertrauter von Präsident Nicolas Sarkozy. Das Staatsoberhaupt behandle seinen Partner genauso wie die Partner anderer Minister, erklärte der ehemalige Geschichtslehrer.


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Karoutchi ist seit den 1980er Jahren in der Politik aktiv. Vor seinem Ministeramt war er Europaabgeordneter und Senator für die französischen Konservativen.

Bislang bekanntester offen schwuler Politiker Frankreichs ist der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë von den oppositionellen Sozialisten. Er hat zuletzt Ambitionen auf das Präsidentenamt gezeigt.

Quelle: queer.de

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Französische Polizei rüstet sich gegen Ausschreitungen

(c) AFP

In den Vororten von Frankreichs Städten könnte es - wie schon beinahe traditionell zu Silvester - wieder zu massenhaften Brandanschlägen kommen.

Die französische Polizei befürchtet in der heutigen Silvesternacht Ausschreitungen in den Vorstädten. Hunderte Autos könnten - wie schon oft zuvor - von wütenden Protestanten angezündet werden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollen 7000 Beamte für verstärkte Sicherheit sorgen.



In Frankreich gehört das Anzünden von Autos in der Silvesternacht beinahe schon zum guten Brauch. Vor allem in ausgewiesenen Vierteln von Paris, Lyon oder Straßbourg kämpft die Polizei seit Jahren mit diesem Problem.

Nach den schweren Ausschreitungen 2005, als bei wochenlangen Protesten von Jugendgruppen mehr als 10.000 Fahrzeuge entzündet wurden, rüstete die Polizei tradititonell ihr Kräfteaufgebot für die Silvesternacht auf.


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Doch im vergangenen Jahr waren die Ausschreitungen nicht aufzuhalten. Medien sprachen in der Nacht auf den 1. Jänner 2008 von rund 700 brennenden Autos, die Behörden hatten in einer offiziellen Aussendung nur 372 davon bestätigt.

Verschärft wird die Situation heuer durch die Finanzkrise, denn die ohnehin schon benachteiligten Jugendlichen der so ganannten "banlieu" - der französischen Vororte rund um große Städte - werden noch mehr benachteiligt.

Quelle: tt.com

Freitag, 19. Dezember 2008

Frankreich: Internet-Steuer für werbefreies Fernsehen

Die französische Nationalversammlung hat die geplante Reform des öffentlichen Rundfunks gebilligt. Vom 5. Januar an werde es nach 20 Uhr keine Werbung mehr im Staatsfernsehen geben, heißt es im verabschiedeten Entwurf.

Der Ausfall der Werbeeinnahmen soll durch neue Steuern unter anderem für Privatsender und Internet-Anbieter ausgeglichen werden. Ausserdem soll der Chef der öffentlich-rechtlichen Sender künftig vom Staatspräsidenten ernannt werden.

Die Opposition kritisierte den Text als einen Rückschritt in die Zeit, in der die Inhalte der Nachrichtensendungen von der Regierung gebilligt wurden.

Die geplante Abschaffung der Fernsehwerbung hatte heftige Proteste ausgelöst. Die Regierung will damit unter anderem das Niveau des Staatsfernsehens anheben. Kritiker wiesen darauf hin, dass die Privatsender die Gewinner der Reform seien, da sie mit deutlich mehr Werbeeinnahmen rechnen könnten. Präsident Nicolas Sarkozy ist mit dem Chef des grössten Privatsenders TF1, Martin Bouygues, eng befreundet.

Die Regierung hatte den Chef des staatlichen Fernsehen France Télévisions, Patrick de Carolis, gedrängt, die Abschaffung der Werbung eigenständig zu verkünden. Vor diesem Hintergrund gilt die Diskussion des Gesetzentwurfs in der zweiten Kammer des Parlaments, dem Senat, als reine Formsache. Von Ende 2011 an soll die Werbung vollständig abgeschafft werden.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Txeroki-Nachfolger: Neuer mutmaßlicher ETA-Militärchef gefasst



Drei Wochen nach der Festnahme des Militärchefs der baskischen Untergrundorganisation ETA ist in Südfrankreich sein mutmaßlicher Nachfolger Aitzol Iriondo (links im Bild) gefasst worden. Er sei am Montagabend mit zwei weiteren als ETA-Mitglieder verdächtigten Personen - Eneko Zarrabeitia (Mitte) and Asier Borerro Toribio (rechts) - in Gerde in der Nähe der Pyrenäen festgenommen worden, heiß es aus Ermittlungskreisen.


Bei ihnen seien gefälschte Papiere und mehrere Handfeuerwaffen gefunden worden, die Männer hätten bei der Festnahme auf einer Straße in dem Dorf Gerde aber keinen Widerstand geleistet. Die drei Verdächtigen sollten den Angaben zufolge am Abend in die südwestfranzösische Stadt Bayonne überstellt werden.

Nachfolger von "Txeroki"
"Gurbitz" sei über alle Abläufe bei der ETA (Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit) auf dem Laufenden gewesen und hätte die Nachfolge des mutmaßlichen ETA-Militärchefs Miguel de Garikoïtz Aspiazu Rubina alias "Txeroki" nach dessen Festnahme am 17. November sofort übernehmen können, hieß es Ermittlungskreisen. Die französische Innenministerin Michèle Alliot-Marie bestätigte in einer Erklärung, dass ein Festgenommener als mutmaßlicher neuer ETA-Militärchef identifiziert worden sei. Sie und ihr spanischer Kollege Alfredo Peréz Rubalcaba seien mit dem Ermittlungserfolg sehr zufrieden.

Große Ermittlungserfolge Frankreichs und Spaniens
Frankreich und Spanien hatten Anfang des Jahres ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen die ETA verstärkt. Seit Jahresbeginn wurden in Frankreich nach offiziellen Angaben mindestens 36 Menschen festgenommen, die Mitglieder der ETA waren oder Verbindungen zu ihr unterhielten. Rubalcaba sagte in Madrid, Iriondo alias "Gurbitz" sei möglicherweise an der Erschießung zweier spanischer Undercover-Polizisten im Südwesten Frankreichs Ende vergangenen Jahres beteiligt gewesen. Eine Verstrickung in die Tat wird auch "Txeroki" zur Last gelegt.

ETA mit Führungsproblemen

"Txeroki", der mutmaßliche Militärchef der ETA, war ebenfalls im Verwaltungsgebiet Hautes-Pyrénées festgenommen worden. Mit ihm wurde seine 31-jährige Freundin Leire Lopez Zurrutuza gefasst, die seit 2005 auf der Flucht gewesen war. Bereits im Mai war der mutmaßliche ETA-Chef Javier Lopez Pena festgenommen worden. Die ETA kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für den Zusammenschluss spanischer und französischer Gebiete zu einem eigenen Staat. Dabei kamen nach offiziellen Angaben bisher mehr als 820 Menschen ums Leben. Vergangene Woche war bei einem mutmaßlichen ETA-Anschlag im spanischen Baskenland ein Geschäftsmann erschossen worden.

Quelle: krone.at