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Donnerstag, 22. Januar 2009

Eskalation bei nächtlichen Protesten in Island

Demonstranten zündeten vor dem Nationaltheater in Reykjavik ein Feuer an

Polizisten durch geworfene Steine und Ziegel verletzt - Regierungsgebäude beschädigt - Proteste gegen Regierung vor dem Parlament

In Island haben in der Nacht auf Donnerstag erneut mehrere Hundert Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Geir H. Haarde und deren Verhalten in der Finanzkrise protestiert. Die Proteste konzentrierten sich um das Regierungsgebäude, wo laut Medienberichten mehrere Polizisten durch geworfene Steine und Ziegel verletzt wurden. Zwei der Beamten seien mit der Rettung abtransportiert worden, schrieb das Online-Portal visir.is. Davor hatte die Polizei erneut Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt.

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Das Regierungsgebäude wurde mit roter Farbe angeschüttet und mit Steinen beworfen. Dabei gingen Fensterscheiben zu Bruch. Am Dienstag hatte die Polizei bei einer lautstarken Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude, an der rund 2.000 Menschen teilnahmen, Tränengas eingesetzt. Tags darauf attackierten aufgebrachte Demonstranten das Auto von Ministerpräsident Haarde mit Eiern und Schneebällen. Die für Mittwoch (gestern) geplante Parlamentssitzung wurde im Zusammenhang mit den Vorfällen kurzfristig abgesagt.

Die neuerlichen Proteste in Island, die seit der Eröffnung der Sitzungsperiode des Parlaments am Dienstag anhalten, sind die umfangreichsten und folgenschwersten seit dem Gründungsbeitritt Islands zur NATO im Jahr 1949. Bereits im Herbst hatten wegen der Finanzkrise und ihrer massiven Auswirkungen auf Island regelmäßige Proteste stattgefunden.

Quelle: www.derstandard.at

Sonntag, 7. Dezember 2008

Acht Milliarden verzockt - Eliteuniversität Harvard in Finanznot

Die amerikanische Eliteuniversität Harvard hat im Zuge der Finanzkrise bereits acht Milliarden Dollar verloren. Weitere Verluste sind wahrscheinlich. Jetzt muss die Hochschule an allen Ecken sparen.

Die Finanzkrise macht auch vor den Eliteuniversitäten der USA nicht halt. Die reichste Hochschule des Landes, die Harvard-Universität in Massachusetts, verlor nach eigenen Angaben vom Mittwoch binnen vier Monaten etwa acht Milliarden Dollar. Der uni-eigene Investmentfonds Harvard Management Company, aus dem die Hochschule mehr als ein Drittel ihrer operativen Kosten finanziert, hatte im Juni 2008 noch 36,9 Milliarden Dollar betragen. Inzwischen hat dieser jedoch rund 22 Prozent an Wert verloren, teilte Harvard-Präsidentin Drew Faust mit. Bis zum Ende des Jahres sei gar mit einem Verlust von 30 Prozent zu rechnen.

In einem Brief an die Mitarbeiter informierte die Rektorin unlängst über die prekäre Lage der Hochschule. Zudem kündigte sie Kosteneinsparungen in allen Bereichen an. Bereits seit November wird kein neues Personal mehr eingestellt. Um weiteren Kapitalabfluss zu vermeiden, wird der Investmentfonds zudem umgeschichtet. Der bislang höchste Wertverlust war den Angaben zufolge im Jahr 1974 mit einem Minus von zwölf Prozent verzeichnet worden. Trotz ihres großen Vermögens berechnet die prestigeträchtige Universität ihren Studenten inzwischen 45.000 Dollar Studiengebühren pro Jahr.

Quelle: n24.de

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Rekordzahl in USA auf Lebensmittelhilfe angewiesen


Bild: flickr.com/altemark

In den USA sind so viele Menschen auf staatliche Lebensmittelhilfe angewiesen wie nie zuvor.

Laut der US-Regierung beantragten im September mehr als 31,5 Millionen Bürger Lebensmittelmarken, was der höchste Stand seit Einführung des Programms ist. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Anzahl der Bedürftigen um 17 Prozent. Damit ist etwa jeder zehnte US-Bürger auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Experten führen den sprunghaften Anstieg auf die Finanzkrise und den wirtschaftlichen Abschwung in den USA zurück. "Es ist ein beunruhigender Trend", sagte Ellen Vollinger vom Food Research and Action Center. Die Zahl der Bedürftigen werde noch weiter zunehmen, da landesweit mit weiterem Stellenabbau und schwächerem Wachstum zu rechnen sei. Deshalb müsse die neue US-Regierung möglichst bald das staatliche Lebensmittelprogramm ausweiten.

Quelle: apa

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Jeder zweite Hedge-Fund dürfte untergehen


Bild: flickr.com/cathleenritt

Jahresverlust von desaströsen 19 Prozent
Hedge-Funds haben bis dato ein desaströses Jahr 2008 hinter sich, das wohl als das schlechteste Jahr überhaupt in Erinnerung bleiben wird. Bis Ende Oktober fiel der HFR-Index für Dach-Hedge-Funds um sage und schreibe 18,7%. Das ist zwar immer noch besser als der Weltaktienindex, der, in Dollars gerechnet, um 36,4% abstürzte. Doch für die Hedge-Funds-Branche, die ihren Kunden über Jahre vollmundig absolut gesehen stets positive Renditen versprach, ist die Performance eine absolute Katastrophe. Und die Krise ist längst noch nicht ausgestanden.

Es kämen noch sehr schwierige Monate auf die Branche zu, meinte Thomas Della Casa, Leiter des Research beim Hedge-Funds-Anbieter Man Investments , am Dienstag bei einem Anlass in Zürich. Er rechnet mit einer massiven Marktbereinigung unter den Hedge-Funds. Von den in der Spitze rund 10 000 existierenden Funds würden nur etwa die Hälfte überleben, schätzt Della Casa. Allein 5000 Hedge-Funds würden verwaltete Vermögen von weniger als 100 Mio. $ aufweisen. Derartige Summen seien als Basis für das Überleben in der derzeitigen Situation schwierig. Im Zuge der Redimensionierung könnte auch das weltweit verwaltete Vermögen in der Branche unter 1 Bio. $ sinken. Derzeit sind es gemäss Schätzungen 1,6 Bio. $, in der Spitze waren es je nach Datenanbieter etwa 1,8 Bio. bis 2,2 Bio. $. Auch für den Schweizer Markt für Funds-of-Hedge-Funds rechnet der Vertreter von Man Investments mit einer erheblichen Marktbereinigung. Es stünden ebenfalls die Hälfte der Produkte zur Disposition.

Die miserable Performance hat Folgen. Zum einen ziehen Anleger erheblich Geld aus der Branche ab. In durchschnittlichen Jahren beträgt die Quote gemäss Della Casa rund 3% bis 5%. Derzeit gebe es durchaus passable Anbieter von Dach-Hedge-Funds, die Abflüsse von 25% bis 30% verkraften müssten. Zum anderen kommen die Gebühren unter Druck. Die Krise könnte zu tieferen Gebühren und anderen Gebührenstrukturen führen. Darüber hinaus dürfte der starke Hebeleinsatz mit Hilfe von Krediten und Derivaten zur Steigerung der Performance vorerst der Vergangenheit angehören. Der Leverage habe, über die gesamte Branche gesehen, Mitte 2007 bei 1,7 gelegen und sei nun auf etwa 1,3 gesunken, erklärt Della Casa mit Verweis auf eine Statistik des Internationalen Währungsfonds. Manche Strategien würden überhaupt keine Hebeleffekte mehr nutzen. Die Korrektur biete jedoch naturgemäss auch neue Anlagechancen, vor allem bei den computerbasierten Trendfolge-Programmen und globalen makroökonomischen Themen. Da manche Hedge-Funds gegenwärtig bis zu 50% Cash halten, sind diese für Einstiegschancen gerüstet.

Quelle: nzz

Wüstenrot prüft staatliche Unterstützung


Bild: Susanne Riess-Passer/apa

In der Finanzbranche wird erwartet, dass auch die Bausparkasse Wüstenrot auf das Hilftspaket des Staates zugreift.

Im Aufsichtsrat Ende November wurde der Vorstand ermächtigt, eine Inanspruchnahme von staatlichen Eigenkapitalunterstützungen zu prüfen. Sobald die Bedingungen klar sind, also nächste Woche, werde man entscheiden, sagte Bausparkassen-Chefin Susanne Riess-Passer Am 29. Dezember will die Gesellschaft in einer Sonder-Hauptversammlung jedenfalls die Weichen stellen, neues Eigenmittel über Partizipationskapital aufnehmen zu können.

Keine Verluste
Die Bausparkasse Wüstenrot - die auch ein UniCredit-Aktienpaket besitzt - hat heuer einige Wertberichtigungen auf Veranlagungen und Wertpapiere wegen der Finanzkrise (darunter AIG, Lehman). Das hat die Ertragserwartungen stark geschmälert. Riess-Passer geht derzeit von einem "Gewinn im niedrigen einstelligen Millionenbereich aus". Verlust werde es nicht geben.

Was das UniCredit-Aktienpaket betrifft, so habe man schon einige Auf und Abs damit erlebt, sagte Riess-Passer. "Es kommen auch wieder andere Zeiten."

Einen Rahmenbeschluss, um PS-Kapital aufnehmen zu können, wird es am 29. Dezember geben. In einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bausparkasse Wüstenrot AG in Salzburg soll der Vorstand ermächtigt werden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates zusätzliche Eigenmittel im Gesamtnennbetrag von bis zu 100 Prozent des Grundkapitals in Form von Partizipationskapital aufzunehmen. Unter Wahrung der Bezugsrechte der Aktionäre. Das Grundkapital beträgt laut Riess-Passer 100 Mio. Euro.

Offen wann Ermächtigung abgerufen wird
Offen lässt die Bausparkassen-Chefin weiter, wann diese Ermächtigung abgerufen und von wem (also von den bestehenden Aktionären bzw. vom Staat) es gezeichnet würde.

"Es ist aber nicht so, dass wir eigenkapitalmäßig unter Wasser wären, wenn wir das Kapital nicht nehmen", sagte Riess-Passer heute. Noch kenne man die Bedingungen nicht, unter denen der Staat Eigenkapital bereit stellt, z.B. die Verzinsung. Riess-Passer will aber bald wissen, "ob das eine Variante ist". Jedenfalls vor dem HV-Termin am 29. Dezember. "Ich denke nächste Woche".

Zusammenlegung von Versicherung und Bausparkasse
Intern beschäftigt ist die Gruppe derzeit mit der Zusammenlegung von Wüstenrot Versicherung und Bausparkasse. Dazu wird die von der Wüstenrot-Holding gehaltene Mehrheit an der Versicherung von 68 Prozent (der Rest gehört der Wiener Städtischen) auf die Wüstenrot Bausparkasse übertragen, die Versicherung wird laut Riess-Passer damit von der "Schwester" der Bausparkasse zu deren Tochter. Die Umgründung wird eines der weiteren wichtigen gesellschaftsrechtlichen Themen der Sonder-Hauptversammlung am 29. Dezember sein. An der Wüstenrot Bausparkasse ist die Bank Austria mit rund einem Viertel beteiligt.

Quelle: oe24