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Donnerstag, 4. Dezember 2008

4,44 Euro zu wenig? AUA-Kleinaktionären steht mehr Geld zu


Kleinaktionäre-Vertreter Rasinger (c)apa

Den AUA-Kleinaktionären stehe bei Staats-Schuldenerlass ein höheres Angebot für die AUA-Aktie zu, so IVA-Chef Rasinger.

Die deutsche Lufthansa wird ihr Angebot an die AUA-Kleinaktionäre nach Ansicht von IVA-Chef Wilhelm Rasinger noch etwas aufbessern müssen, wenn sie mehr als 75 Prozent an der Austrian Airlines bekommen möchte. Juristisch sei das avisierte Angebot in Höhe von 4,44 Euro je Aktie in Ordnung, allein durch den geplanten Schuldennachlass von 500 Mio. Euro durch österreichisches Staatsgeld erhöhe sich der Wert der AUA-Aktien aber um 6 Euro pro Stück, meinte der Präsident des Interessenverbands der Anleger (IVA) am Donnerstag.

"Kompetenter Kernaktionär"

Es sei "positiv", dass die AUA mit der Lufthansa als neuem Eigentümer nun "einen kompetenten Kernaktionär" bekomme. Die Lufthansa werde beweisen müssen, wie gut sie die AUA wieder auf Kurs bringen könne. Gelingt ihr das überaus gut, wird sie gemäß dem mit der ÖIAG vereinbarten Besserungsschein noch bis zu 162 Mio. Euro für die AUA hinblättern müssen. Bisher sind für den 41,6-prozentigen Staatsanteil nur 366.000 Euro vorgesehen, je ein symbolischer Cent pro Aktie. Ein Streubesitz-Angebot über 4,44 Euro/Aktie - für Rasinger lediglich "eine vernünftige Untergrenze" - würde die Lufthansa 215 Mio. Euro kosten.

ÖIAG-Aufsichtsrat gibt seinen Segen
Wie berichtet hat am Mittwoch der Lufthansa-Aufsichtsrat grünes Licht für die AUA-Übernahme gegeben. Am Freitag soll auch der ÖIAG-Aufsichtsrat seinen Segen geben, danach soll am Nachmittag in einer Pressekonferenz mit Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber der Deal öffentlich verkündet werden.

AUA-Aktien im Plus
Am Donnerstag mittag kurz vor 12.30 Uhr notierten die AUA-Aktien an der Wiener Börse bei 3,79 Euro, ein Plus von 2,43 Prozent gegenüber Mittwoch. Da waren die Titel in der Schlussauktion nach Bekanntwerden der Höhe des Streubesitz-Angebots um 39,62 Prozent auf 3,70 Euro in die Höhe geschossen.

Quelle: oe24.at

Spottpreis: ÖIAG bekommt für die AUA vorerst 336.000 Euro


Bild: flickr.com/temp13rec.

Um den Preis eines kleineren Einfamilienhauses bekommt die Lufthansa den ÖIAG-Anteil an der AUA. Den Streubesitz-Aktionären werden 4,44 Euro pro Aktie geboten.

Der Aufsichtsrat der deutschen Lufthansa hat am Mittwochnachmittag dem Erwerb von bis zu 100 Prozent an der Austrian Airlines (AUA) zugestimmt. Den 41,6-prozentigen AUA-Anteil der ÖIAG übernimmt die deutsche Fluglinie um 366.000 Euro plus Besserungsschein. Mit dem Besserungsschein könnte die ÖIAG – abhängig von der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der AUA – bis zu 162 Millionen Euro erhalten.

Vorerst übernimmt die Fluglinie im Zeichen des Kranichs trotz Schuldennachlasses durch die ÖIAG von 500 Millionen Euro noch immer eine sehr kleine Fluglinie mit fast einer Milliarde Schulden.

Das Angebot für den Streubesitz wird auf 4,44 Euro pro Aktie lauten. Das entspreche dem
Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate und bedeutet einen Kaufpreis von weiteren 215 Millionen Euro.

Der Kurs der AUA-Aktie ist in der Schlussauktion daraufhin um 39,62 Prozent auf 3,70 Euro in die Höhe geschossen. Gegenüber dem Jahresbeginn notieren die AUA-Papiere mit ihrem gestrigen Schlusskurs noch immer mit einem Abschlag von 40,80 Prozent.

Das angekündigte Übernahmeangebot steht unter dem Vorbehalt einer Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission.

Als „aufschiebende Bedingungen“ nennt die Lufthansa – die damit zur größten Fluglinie Europas aufsteigt – die kartellrechtliche Freigabe, die Genehmigung des von der ÖIAG geleisteten Restrukturierungsbeitrages durch die Europäische Kommission sowie den Umstand, dass sie nach dem Ende der regulären Annahmefrist über 75 Prozent der AUA-Aktien verfügen will.

Quelle: nachrichten.at