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Mittwoch, 3. Dezember 2008

Autokrise: GM will Saab verkaufen – oder gar dicht machen


Bild: flickr.com/elegesmagdi

Bei General Motors geht es drunter und drüber, bei den Töchtern inzwischen aber auch. Hart könnte es nun den schwedischen Hersteller Saab treffen. GM will Saab entweder verkaufen oder auch schließen.

Der schwer angeschlagene US-Autokonzern General Motors (GM) will seine schwedische Tochter Saab verkaufen oder auch schließen. Das bestätigten Unternehmenssprecher in Detroit schwedischen Medien. Konzern-Vizechef Frederick Henderson sagte dem Stockholmer Rundfunksender SR: "Wir schauen uns alle Möglichkeiten einschließlich eines Verkaufs an." Er meinte weiter, dass sich GM um eine möglichst schnelle Lösung bemühe: "Derartige Dinge werden umso besser, je schneller man sie anpackt."

Die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" berichtete unter Berufung auf GM-Unternehmenssprecher, dass ausdrücklich auch eine Schließung des Traditionsunternehmens in Betracht gezogen werde. General Motors stieg 1990 bei Saab ein und hält seit dem Jahr 2000 alle Anteile. Das Unternehmen produzierte im letzten Jahr mit 4 400 Beschäftigten 125 000 Personenwagen. Saab-Chef Jan Åke Jonsson sagte, es gebe "mehrere Interessenten" für eine Übernahme und nannte die schwedische Regierung als "wichtigen Diskussionspartner".

General Motors hatte am Dienstag in Washington um Kredithilfen über 18 Mrd. Dollar (14,2 Mrd Euro) gebeten, um eine drohende Insolvenz zu verhindern. Dabei erklärte das Unternehmen, es wolle sich auf die heimischen US-Marken konzentrieren. In Deutschland gehört Opel zu dem Konzern. Der auch angeschlagene Ford-Konzern hat seine schwedische Tochter Volvo ebenfalls zum Verkauf angeboten, bisher aber keine Interessenten gefunden. Insgesamt fordern die beiden US-Konzerne zusammen mit Chrysler 34 Mrd. Dollar Staatshilfe aus Washington. In Schweden bemühen sich Volvo und Saab um Hilfen der schwedischen Regierung.

Quelle: Handelsblatt

Wüstenrot prüft staatliche Unterstützung


Bild: Susanne Riess-Passer/apa

In der Finanzbranche wird erwartet, dass auch die Bausparkasse Wüstenrot auf das Hilftspaket des Staates zugreift.

Im Aufsichtsrat Ende November wurde der Vorstand ermächtigt, eine Inanspruchnahme von staatlichen Eigenkapitalunterstützungen zu prüfen. Sobald die Bedingungen klar sind, also nächste Woche, werde man entscheiden, sagte Bausparkassen-Chefin Susanne Riess-Passer Am 29. Dezember will die Gesellschaft in einer Sonder-Hauptversammlung jedenfalls die Weichen stellen, neues Eigenmittel über Partizipationskapital aufnehmen zu können.

Keine Verluste
Die Bausparkasse Wüstenrot - die auch ein UniCredit-Aktienpaket besitzt - hat heuer einige Wertberichtigungen auf Veranlagungen und Wertpapiere wegen der Finanzkrise (darunter AIG, Lehman). Das hat die Ertragserwartungen stark geschmälert. Riess-Passer geht derzeit von einem "Gewinn im niedrigen einstelligen Millionenbereich aus". Verlust werde es nicht geben.

Was das UniCredit-Aktienpaket betrifft, so habe man schon einige Auf und Abs damit erlebt, sagte Riess-Passer. "Es kommen auch wieder andere Zeiten."

Einen Rahmenbeschluss, um PS-Kapital aufnehmen zu können, wird es am 29. Dezember geben. In einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bausparkasse Wüstenrot AG in Salzburg soll der Vorstand ermächtigt werden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates zusätzliche Eigenmittel im Gesamtnennbetrag von bis zu 100 Prozent des Grundkapitals in Form von Partizipationskapital aufzunehmen. Unter Wahrung der Bezugsrechte der Aktionäre. Das Grundkapital beträgt laut Riess-Passer 100 Mio. Euro.

Offen wann Ermächtigung abgerufen wird
Offen lässt die Bausparkassen-Chefin weiter, wann diese Ermächtigung abgerufen und von wem (also von den bestehenden Aktionären bzw. vom Staat) es gezeichnet würde.

"Es ist aber nicht so, dass wir eigenkapitalmäßig unter Wasser wären, wenn wir das Kapital nicht nehmen", sagte Riess-Passer heute. Noch kenne man die Bedingungen nicht, unter denen der Staat Eigenkapital bereit stellt, z.B. die Verzinsung. Riess-Passer will aber bald wissen, "ob das eine Variante ist". Jedenfalls vor dem HV-Termin am 29. Dezember. "Ich denke nächste Woche".

Zusammenlegung von Versicherung und Bausparkasse
Intern beschäftigt ist die Gruppe derzeit mit der Zusammenlegung von Wüstenrot Versicherung und Bausparkasse. Dazu wird die von der Wüstenrot-Holding gehaltene Mehrheit an der Versicherung von 68 Prozent (der Rest gehört der Wiener Städtischen) auf die Wüstenrot Bausparkasse übertragen, die Versicherung wird laut Riess-Passer damit von der "Schwester" der Bausparkasse zu deren Tochter. Die Umgründung wird eines der weiteren wichtigen gesellschaftsrechtlichen Themen der Sonder-Hauptversammlung am 29. Dezember sein. An der Wüstenrot Bausparkasse ist die Bank Austria mit rund einem Viertel beteiligt.

Quelle: oe24